Die Waldhofgeschichte für unsere jüngsten Besucher

Es war einmal ein häßliches Fleckchen Erde im wunderschönen Tal der Selke des Harzer Berglandes.
Die Menschen haben diesen Flecken jahrhundertelang genutzt, bis eines Tages im April 1994 die Selke zuviel Wasser hatte und alles mit einer großen Überschwemmung zerstörte.
Am Anfang fanden sie hier Erze mit Silber und Blei, die sie aus den umliegenden Bergwerken ausgruben. (Wie die sieben Zwerge.)
Diese Erze mußten geschmolzen werden, um das Metall zu bekommen. Dazu bauten sie eine Hütte, und weil aus ihr Silber kam, nannten sie sie

Silberhütte.

Um das Silber und Blei zu gewinnen, brauchten sie viel Holz, für den Bau der Bergwerksstollen und für die Holzkohle, zum schmelzen des Erzes.
Da sie schon so viele Bäume im Harz abgeholzt hatten, mußten immer wieder neue Bäume gepflanzt werden. So entwickelte sich schon früh die Forstwirtschaft.
Die Zeit ging ins Land, die Erze wurden immer weniger, aus der Hütte kam kein Silber mehr. Aber die Bäume wuchsen noch und so wurde aus der Hütte ein holzverarbeitendes Werk zum Bau von Möbeln und Häusern, bis zu dem Tag, an dem die Selke soviel Schaden im Tal gemacht hatte, dass die Menschen dort kein Holz mehr verarbeiten konnten.
Das Fleckchen Erde wurde immer häßlicher, man mochte es gar nicht mehr ansehen, in diesem schönen Tal.
Da kam den Menschen die Idee, dort einen Stützpunkt zu bauen um den nachfolgenden Generationen, also Euch Kindern praktisch zu zeigen wie bedeutungsvoll Bergbau und Hüttenwesen waren und wie wichtig Forstwirtschaft und Naturschutz für unsere Gesellschaft heute sind.
Die kaputten Gebäude wurden abgerissen und auf dem Fleckchen Erde begann man im April 1998 mit dem Pflanzen einer Wildbirne -Baum des Jahres 1998- den Aufbau dieses Waldhofes.
Und wenn sie nicht gestorben sind so bauen sie noch heute und wünschen allen Besuchern einen glücklichen und erlebnisreichen Tag im Selketal zu Silberhütte.

Marita Seckel